Kondensatreinigung

Eine Reinigung des rücklaufenden Kondensats ist bei hohen Anforderungen and die Reinheit von Kesselwasser und Dampf oder bei Verschmutzung des Kondensatsystems erforderlich. Die Kondensatreinigung erfolgt in der Regel getrennt von der Zusatzwasseraufbereitung.

Bild: Kationentauscher zur Kondensatreinigung, Durchsatzleistung 125 m³/h, aufgestellt 2004 in Freiburg, Deutschland.

Zur Entfernung von Partikeln, z.B. Korrosionsrückständen, wird das Kondensat filtriert. Dazu wird je nach Verschmutzungsgrad und Durchsatzmenge ein Kerzenfilter, Beutelfilter oder Anthrazitfilter als Feinfilter eingesetzt.

Um Metallionen wie z.B. Kupfer aus dem Kondensatsystem zu entfernen, kann ein temperaturbeständiger Kationentauscher eingesetzt werden.

Bei Härteeinbrüchen in das Kondensatsystem, z.B. härtehaltiges Mischkondensat oder Betriebskondensate, kann das Kondensat durch eine temperaturbeständige Enthärtungsanlage enthärtet werden.

Zur Entsalzung des Kondensats kann eine nach dem Ionenaustauschprinzip arbeitende Vollentsalzungsanlage eingesetzt werden. Im Normalfall kann die Vollentsalzungsanlage nicht temperaturbeständig ausgeführt werden. Entsprechend wird das Kondensat vor Eintritt in die Vollentsalzungsanlage über Wärmetauscher auf unter 50 °C gekühlt, und anschliessend durch nachfliessendes Kondensat wieder erwärmt.

Zur Feinreinigung kommt je nach Anwendungsfall ein Mischbettaustauscher oder auch ein temperaturbeständiger Kationentauscher in Frage.

Besonderes Augenmerk ist auf eventuell im Kondensat enthaltene Organik zu richten. Oftmals wird das Aufbereitungsverfahren hauptsächlich durch die Organik bestimmt. Organische Substanzen werden zunächst vom Anionentauscher aufgenommen und verschieden fest an das Ionenaustauschharz gebunden. Bei Erschöpfung werden diese Organika, auch in größeren Mengen, wieder an das Reinkondensat abgegeben. Deshalb tritt manchmal im Reinkondensat ein höherer TOC (total organic carbon)-Wert auf als im als im Zulauf.


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